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Ursprung:
Der Orientalische Tanz (arab. Raqs Sharqi = Tanz des Ostens) ist der wohl älteste Tanz der Welt. Er ist, wie jeder traditionelle Tanz, auf religiös-rituelle Ursprünge zurück zu führen, u. a. wohl als Fruchtbarkeitstanz und zur Geburtsvorbereitung. Orientreisende im 19. Jahrhundert, die den Tanz sahen, berichteten in ihrer Heimat von Belly Dance (amer.) bzw. Danse Du Ventre (franz.), was bei uns den Begriff Bauchtanz prägte. Obwohl er in vielen Ländern verbreitet ist, kommt für mich der klassische Bauchtanz aus Ägypten. Dort wird der Raqs Baladi (Tanz des Volkes) von Frauen, Kindern und Männern (!) auf Familien- und Straßenfesten getanzt. Durch ihn werden Lebensfreude, Sehnsucht und Schmerz ausgedrückt.
In den 60er Jahren begann in den USA das Bauchtanzfieber, das dann 10 Jahre später auch Deutschland erreichte. So waren die ersten Lehrerinnen auch Amerikanerinnen, die die Mutigen der ersten Stunde hier ausbildeten. 1982 eröffnete die erste Bauchtanzschule Deutschlands, 1984 das erste Studio in Berlin. Seit dem ist die Begeisterung für diesen Tanz ungebrochen.

Prinzip:
Die Körpermitte bildet die Energiequelle für jede Tanzbewegung. Das Grundprinzip ist die Isolation der einzelnen Körperteile. Die einzelnen Figuren werden im Tanz wieder mit einander verbunden, so dass ein harmonisches Ganzes entsteht. Die bekannteste Bewegung ist sicher der Shimmy, bei dem die Hüfte "wackelt". Damit die Bewegung besser zur Geltung kommt, wird die Hüfte mit einem Tuch o. ä. betont. Wer aber glaubt, "das bisschen Hüftwackeln kann ich auch", dem sei gesagt, dass diese isolierten Bewegungen einige Jahre Übung erfordern. Neben dieser Technik muss auch ein Gefühl für die uns fremde Musik entwickelt werden. Schließlich geht es beim Tanz darum, ein bestimmtes Gefühl auszudrücken und dem Publikum zu vermitteln.

Wirkung:
Von je her hat der Orient für uns etwas fremdes, geheimnisvolles, exotisches. Wer ist nicht von den Geschichten aus 1001 Nacht fasziniert? Bauchtanz gibt uns einen kleinen Einblick in diese Welt. Sei es als Zuschauer oder als Tänzerin. Neben dem gesundheitlichen Aspekt (kräftige Muskulatur und Stärkung des Rückens) entwickelt Frau ein neues Körpergefühl und Selbstbewusstsein, um ihre Weiblichkeit auszudrücken. Betont wird dieser Ausdruck von der Möglichkeit, sich zu verkleiden, denn auch durch die entsprechende Kostümwahl unterstreicht die Tänzerin ihre Persönlichkeit.
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